Die MS Weltfrieden

Das Fahrgastschiff MS WELTFRIEDEN wurde im Jahre 1945 in Parchim gebaut.

Das Schiff hat eine Länge von 10,80 m, eine Breite von 2,62 m und eine Höhe von 0,78 m. Die Wasserverdrängung wird mit ca. 8 cbm angegeben. Auf dem Schiff haben neben dem Schiffsführer, der inmmitten des Schiffes in seiner Kabine steht, 25 Personen Platz.

Das Schiff wird angetrieben von einem Zweitakt-Gegenkolben-Dieselmotor vom Typ Junkers HK 65 aus dem VEB Dieselkraftmaschinenwerk Karl-Marx-Stadt.

Mindestens seit 1963 stand das Schiff im Eigentum des VEB Städtische Bäder, Rat der Stadt Leipzig. Die Stadt Leipzig hat es 1990 außer Betrieb genommen, bis 1994 lag es auf dem Auensee. 1994 verkaufte das städtische Bäderamt das Schiff für DM 250,oo an ein Ehepaar aus Brandenburg. Dieses Ehepaar schenkte es dann einem eigens gegründeten Förderverein.

Mangels ausreichender Finanzen übergab dann der Verein das Schiff an die Leipziger Erich Liebisch und Martin Schulte, die das Schiff zur Werft nach Dresden-Laubegast verbrachten, die werftmäßige Instandsetzung durchführen ließen und die es unter Mithilfe der Stadt Leipzig, Amt für Stadtsanierung, der ABS Maschinen- und Anlagenbau GmbH sowie weiterer Helfer wieder fahrbereit herrichteten. Seit Pfingsten 1998 hat das Schiff seinen Betrieb, nun auf dem Karl-Heine-Kanal, wieder aufgenommen.

Der Karl-Heine-Kanal

Dr. Karl Erdmann Heine (1819-1888), geboren in Leipzig, studierte hier Jura und Volkswirtschaft und begann schon in jungen Jahren als Unternehmer mit Bodenspekulation einiges Vermögen zu erwirtschaften. Das versetzte ihn Mitte des vorigen Jahrhunderts in die Lage, seine Kanalpläne eigenständig in die Tat umzusetzen. Dabei ging es um eine Verbindung der zuvor schiffbar gemachten Elster zur Saale für Schiffe mit einer Tragfähigkeit bis zu 150 t. 1856 begannen die Schachtarbeiten an der Nonnenstraße. Insgesamt mußten elf Brücken für Straßen gebaut werden, weitere drei für die Eisenbahn. Die tiefsten Ausschachtungen betragen 14m an der Zschocherschen Straße. Die Grauwacke mußte z.T. durch Sprengungen und Handschachtungen ausgehoben werden. Zu dieser Zeit beschäftigte Heine etwa 500 Arbeiter. Der Aushub wurde zur Baulandgewinung benutzt, so für die heutige Sebastian-Bach-Straße, die Lessingstraße und die Waldstraße.

1863 konnte die König-Johann-Brücke (Zschochersche Straße) über den Kanal ebenso in Anwesenheit des Königs eingeweiht werden, wie 1875 die König-Albert-Brücke (Karl-Heine-Straße).

Nach dem Tode Karl Heines (1888) baute die Westend-Baugesellschaft den Kanal langsam weiter. Sie ließ noch die Saalfelder Brücke errichten und schachtete den Kanal bis kurz vor die Lützner Straße aus. Wegen Differenzen mit der Stadt Leipzig zum Bau der Brücke stellte die Gesellschaft schließlich ihre Tätigkeit 1893 ein. Erst 1898 ist dann die Luisenbrücke doch gebaut worden.

In den dreißiger Jahre ist dann die Kanalidee wieder aufgegriffen worden, 70% der ersten Ausbaustufe waren bis 1942 fertiggestellt worden, bis der Krieg die Fertigstellung endgültig verhinderte.